Archiv – Jugend komponiert ‘07
15-Jähriger Salzburger gewinnt Kompositionswettbewerb
„Jugend komponiert“ – unter diesem Motto startete der Österreichische Komponistenbund in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Blasmusikjugend einen neuen, bundesweiten Wettbewerb für NachwuchskomponistInnen. SchülerInnen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren wurden aufgefordert, selbst komponierte Musikstücke für symphonisches Blasorchester einzusenden. Aus den zahlreichen Einreichungen wählte eine Fachjury die Werke vier Jugendlicher aus.
Gemeinsam mit dem renommierten Komponisten, Dirigenten und Arrangeur Thomas Doss arbeiteten die vier Jugendlichen in einem Fortbildungskurs an ihren Werken. Am Mittwoch, den 7. November 2007 wurden die Werke im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses vom Sinfonischen Jugendblasorchester Wien (Leitung: Wiener Landesjugendreferent Herbert Klinger) im Zuge des Preisträgerkonzertes „Jugend komponiert“ aufgeführt. Eine Jury bestehend aus Vertretern des Österreichischen Komponistenbundes und der Österreichischen Blasmusikjugend entschied über die Platzierungen der Teilnehmer:
Der erste Preis ging an den 15-jährigen Salzburger Jakob Gruchmann und dessen Werk „Hexentanz am Untersberg“.
Thomas Asanger (18, aus Perg in Oberösterreich) erreichte mit seinem Stück „Visionen II“ den 2. Platz ex aequo mit Ulrich Permanschlager (20, aus St. Pantaleon in Oberösterreich), der von der Österreichischen Blasmusikjugend mit einem Sonderpreis ausgezeichnet worden ist. Sein Werk: „White Star Liner“.
Der 3. Preis ging an Konstanze Hofer (16, aus Lustenau in Vorarlberg) und ihr Stück „Feuer – Flamme – Los“.
Und es gab weitere Höhepunkte an diesem Konzertabend:
Neben den jungen Komponisten gab es auch arrivierte österreichische Tonsetzer und Solisten zu hören. Sicherlich einer der Höhepunkte des Konzertes war die Welturaufführung des Konzertes für Trompete und Blasorchester mit dem internationalen bekannten Trompeter Thomas Gansch.
Weiters bekam der Komponist Joseph Horovitz (geboren 1926 in Wien, lebt in England seit 1938) im Zuge des Konzertes vom Österreichischen Komponistenbund die Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Neun sinfonische Werke, darunter sechs Uraufführungen und eine jazzige Zugabe – ein erlebnisreicher, emotionaler und abwechslungsreicher Abend zeigte dem Publikum die Vielseitigkeit und Spannung, die das Genre „Sinfonische Blasmusik“ zu bieten hat und auch, was für interessante und kreative Beiträge von österreichischen Musikmachern kommen. Dazu trug auch das großartige Jugendblasorchester Wien bei, dem auf konstant hohem Niveau nie die Puste ausging.
…………………………………………………………………
Nähere Informationen zu den jungen KomponistInnen:
1. Preis:
JAKOB GRUCHMANN (15) aus Hallwang in Salzburg
Der 15-Jährige, der aus einer musikalischen Familie kommt, komponiert schon, seitdem er zehn Jahre alt ist. „Ich habe sehr früh begonnen, Akkordeon und Steirische zu lernen. Die Harmonien haben mich einfach fasziniert!”, erklärt der Schüler. Neben diesen beiden Instrumenten spielt Jakob auch noch Orgel und Horn, letzteres in der Trachtenmusikkapelle Hallwang, im Schulorchester des Gymnasiums Salzburg-Itzling, im Salzburger Landesjugendorchester sowie im Bezirksjugendorchester Flachgau.
Jakob hat schon mehrere Werke geschrieben, auch einige Märsche. Einige von ihnen wurden bereits von Musikkapellen aufgeführt, so zum Beispiel der „Hallwanger Prangerschützenmarsch” oder der „Olgendorfer Kreisverkehrmarsch”. Neben diesen zählen auch eigens für den Wettbewerb „Prima la Musica” komponierte Solostücke für verschiedene Instrumente und Chorstücke zu Jakobs umfassenden Werkverzeichnis. Weiters schreibt und arrangiert er Stücke für z. B. das Klassenorchester des Musischen Gymnasiums Salzburg-Itzling und weitere Formationen dieser Schule, die er selbst besucht.
Für den Wettbewerb „Jugend komponiert“ hat er das Stück „Hexentanz am Untersberg“ geschrieben. Dabei handelt es sich um Jakob Gruchmanns erstes großes Werk für symphonisches Blasorchester. Das Stück beschreibt einen Berg in Salzburg, um den sehr viele Sagen und Märchen kursieren. Das Stück beginnt mit einem ruhigen und mysteriösen Teil. Geheimnisvolle Klänge beschreiben Geschehnisse auf einer Waldwiese. Langsam erwacht das Orchester bzw. lassen die Hexen von sich hören, die schließlich einen Tanz aufführen, der durch einen rhythmischen Teil mit häufigen Taktwechseln charakterisiert wird. Ein „Hexenschrei“ vom Orchester beendet das mysteriöse Spektaktel.
2. Preis:
THOMAS ASANGER (18) aus Perg in Oberösterreich
Thomas Asanger (Mitglied des Musikvereins Stadtkapelle Perg) hat anfangs für seine Mutter, die Musiklehrerin ist, Stücke arrangiert; die ersten Stücke, die man als Kompositionen bezeichnen konnte, sind im Jahr 2003 entstanden. Seit eineinhalb Jahren besucht er zusätzlich zu den Instrumentalstunden am Fagott und Klavier die Fächer „Gehörbildung” an der Musikschule Perg und „Komposition” an der Musikschule Thalheim bei Helmut Schmidinger. Beruflich möchte Thomas Asanger nach seiner Matura am Borg Perg und dem Grundwehrdienst Musik studieren.
Thomas Asanger über sein Werk „Visionen II: „Visionen II ist die Erweiterung und 2. Bearbeitung des bereits aufgeführten Stückes „Visionen”. Ausgangspunkt für die in Ritornellform gegliederte symphonische Dichtung „Visionen II” ist eine Fanfare in den Blechbläsern. Das Hauptthema kehrt immer wieder zum eigentlichen Ausgangspunkt, jedoch in abgeänderter Form, zurück. Zwischen diesen verfremdeten Hauptteilen werden Zwischenteile eingeschoben, die keinen direkten Bezug zum Hauptthema haben. Das Stück symbolisiert einen Traum, der immer wieder an vergangene Dinge erinnert, aber auch Visionen für Geschehnisse in der Zukunft entwickelt. Die Ritornellform eignete sich bestens, um verschiedene Themen miteinander zu verbinden und verschiedene Stilrichtungen in einem Stück zu verknüpfen.”
Sonderpreis der Österreichischen Blasmusikjugend:
ULRICH PERMANSCHLAGER (20) aus St. Pantaleon in Oberösterreich
Ulrich Permanschlager ist Mitglied des Musikvereins St. Pantaleon, wo er Horn spielt. Der 20-Jährige studiert Musikerziehung (E-Bass) in Wien. Ulrich Permanschlager: „Danach könnte ich mir ein postgraduales Kompositionsstudium an der Bruckner Universität Linz gut vorstellen.”
Mit 17 begann Ulrich Permanschlager zu komponieren. Sein Stück „White Star Liner“ wurde auch bereits von seinem eigenen Musikverein aufgeführt.
Beschreibung des Werkes „White Star Liner“: Thema ist ein tragisches Unglück Anfang des 20. Jahrhunderts, das durch menschliches Fehlverhalten und Hochmut hervorgerufen wurde. Das Stück selbst beginnt mit einem Majestoso-Teil. Nach dem Allegro Vivace folgt ein tragischer Part.”
3. Preis:
KONSTANZE HOFER (16) aus Lustenau in Vorarlberg
Konstanze Hofer hat schon mit sechs Jahren zu komponieren begonnen. Mittlerweile kann sie auf eine ganze Sammlung an Stücken für verschiedene Instrumente verweisen. Dies ist nicht verwunderlich, denn die 16-jährige Schülerin des Bundesgymnasiums Lustenau kommt aus einer sehr musikalischen Familie: Ihre Großmutter war Klavier- und Orgellehrerin, ihre Mutter unterrichtet Gitarre an der Musikschule. Der Vater und eine Schwester spielen Kontrabass, die zweite Schwester Klarinette. Konstanze selbst lernt seit drei Jahren Oboe und seit zwei Jahren Orgel, seit elf Jahren zählt auch das Singen zu ihren Hobbies. Weiters nahm sie Musikschulunterricht in den Fächern Klarinette, Klavier und Gitarre. Im Jugendsymphonieorchester Dornbirn spielt Konstanze jedoch keines dieser Instrumente, sondern ein weiteres: Schlagwerk.
Konstanze Hofer über „Feuer – Flamme – Los!”: „Das Stück enthält ziemlich komplizierte Rhythmen. Die verwendeten Themen werden zuerst von einzelnen Instrumenten oder -gruppen vorgestellt, anschließend erscheinen sie im ganzen Orchester, erklingen gemeinsam, werden rhythmisch verändert. „Feuer, Flamme, Los!” enthält auch percussive Elemente wie Klatschen, Schnipsen und Stampfen. Generell kann man das Stück als sehr bewegt bezeichnen – nur der Zwischenteil mit dem Oboensolo ist ruhig. Neben diesem gibt es noch Solopassagen für Piccolo, Tuba, Trompete und Altsaxophone.”





